Kiez-Demos im November 2017

Donnerstag 16.11.2017

Monster-Laternenumzug gegen Verdrängung von Kindergärten aus Gewerberäumen
Wann:  ab 16:30 Uhr sammeln Ecke Oranien-/Adalbertstraße
Abmarsch: 17:00 Uhr
Ziel: Nachbarschaftszentrum Wrangelkiez „Kiezanker 36“

Veranstalter:  https://www.bizim-kiez.de/event/monstermaessiger-laternenumzug/
Hintergrund:  bizim-kiez.de/blog/2017/10/24/massive-verdraengung-von-kinderlaeden-sozialen-einrichtungen-und-bildungsorten/

Freitag 17.11.2017

Neueröffnung der UnvermietBar
Wann: ab 18 Uhr
Wo: vor der Friedelstr. 54 in Neukölln
Am kommenden Freitag eröffnet die UnvermietBar. Zur großen Neueröffnung bieten wir Glühwein, Suppe und Bier. Der Abend beginnt ab 18 Uhr. Das Ende wird wohl von Wind und Wetter abhängig sein.
Gegen Miete, Eigentum und Zwangsräumungen! Friedel im Exil.

Veranstalter: friedel54.noblogs.org

Samstag 18.11.2017

Kundgebung: Umzug der Verdrängten!
Wann: ab 11:00Uhr
Wo: Maybachufer 40-42

Veranstalter:  Mani&May – Die Mietinitiative der Neuköllner Sozialmieter Manitiustr. 17-19/ Maybachufer 40-42

http://demokratische-stadtentwicklung.org/wiki/Mani_%26_May

Bitte nehmt an den Demos teil, damit sichtbar wird, wie viele Menschen sich engagieren und sich miteinander verbunden fühlen.

Unser Block bleibt e.V.

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Unser Verein trifft sich monatlich

Mittlerweile haben wir erfolgreich unseren Verein Unser Block bleibt e.V.  gegründet und er wächst stetig weiter.

Das nächste Vereinstreffen:
Mittwoch,  7. Juni 2017 um 19 Uhr
im griechischen Restaurant a´lu
in der Nansenstraße neben der katholischen Kirche (direkt am Reuterpark).

Die Treffen für Vereinsmitglieder, Aktive und Interessierte sind einmal monatlich geplant und auf wechselnde Wochentage gelegt. Wir wollen uns untereinander über unsere Wohn- und Gebäudesituation und über nächste Aktivitäten informieren. Es gibt weiterhin viel zu tun und als Mitglied im Verein kann sich Jeder und Jede gern engagieren. Die nächsten Vorhaben erfahrt ihr beim Treffen.

Auch interessierte Personen aus der Nachbarschaft, die noch nicht Mitglied sind, können teilnehmen und sich über den Verein informieren. Vor allem sind Vertreterinnen und Aktive aus anderen Initiativen eingeladen, sich bei den Treffen mit uns auszutauschen und zu vernetzen.

Noch mal Glück gehabt!

Gratulation an die Säumestraße 14 – auch so kann es gelingen!
Mieter retten sich in letzter Sekunde durch Kauf ihres Wohnhauses …

Problematisch bleibt aber, daß Mieter oft gar keine andere Möglichkeit haben, in ihrer Wohnung bleiben zu können – wenn der Eigentümer andere Pläne hat! Denn wie wir wissen, bietet der Mileuschutz meist eben keinen Schutz!
War mal wieder nur Wahlkampf-bla-bla.

mieter-selbstkauf-taz

Kiezdemo 19. November 2016

Rebellische Nachbarn
Solidarische Kieze
Stadt von unten16.30 Uhr am Herrfurthplatz (U8-Boddinstraße) / 17 Uhr Demo-Start“Die Angst vor Verdrängung nicht nur in Neukölln ist allgegenwärtig. Vielen droht der Verlust der eigenen vier Wände. Neue Wohnungen in den Kiezen Nord-Neuköllns zu finden ist nur wenigen Priviligierten vorbehalten. Geflüchtete werden in Turnhallen und im ehemaligen Flughafen Tempelhof eingepfärcht und isoliert. Zwangsräumungen und Abschiebungen durch die deutsche Polizei gehören zum alltäglichen Wahnsinn. Es wird Zeit, dagegen auf die Straße zu gehen.“

Mehr hier:

Und hier die Demo-Route:

http://umap.openstreetmap.fr/de/map/kiezdemo-19-november-2016_111676#14/52.4835/13.4425

Milieuschutz Folge 2 -Falsche Versprechen. Was will der Bezirk eigentlich?

Unsere Nachbarn in der Lenau/Hobrechtstraße wurden vom Bezirk Neukölln hängen gelassen. Wie so viele andere Nachbarn hier auch. Ein Neuköllner Lehrstück über Verdrängung, Vernetzung und die Unfähigkeit des Bezirks, Mieter zu schützen, heißt es im Vorspann des sehr lesenswerten Artikels auf neukoellner.net.

 

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Das Eckhaus Lenaustr. 23/Hobrechtstr.62 (© LeBrecht 2362 e.V.)

Wir würden sogar noch weitergehen und sagen: Es ist nicht Unfähigkeit, es ist pures Kalkül: Es sei gut, wenn Menschen, die ihren Unterhalt selbst verdienen, ins Viertel kommen – so wird unsere Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Dabei lässt sie außer Acht, dass „Menschen, die ihren Unterhalt selbst verdienen“ auch in schlecht bezahlten Jobs arbeiten und längst den Bezirk zwangsweise verlassen müssen, weil sie keine neue, bezahlbare Wohnung finden. Denkt man diese Aussage weiter, dann liegt der Schluss nahe, dass unsere Bezirksleitung der Meinung ist, dass es ganz normal ist, dass solche Aufwertungsprozesse passieren, dass man sie vielleicht sogar wünscht und forciert und dass dabei Menschen – vor allem die Alteingesessenen – auf der Strecke blieben. Anstatt mal die Frage zu stellen, ob es cool ist, wenn der Staat Unternehmen, die Billiglöhne zahlen, die zum Leben nicht reichen heftig subventioniert, indem die Beschäftigten über Hartz IV aufstocken müssen. Anstatt mal die Frage zu stellen, ob es cool ist, dass Großinvestoren Neukölln aufkaufen und zur Profitmaximierung alles in Wohneigentum umwanden.

Welche Menschen will die Bezirksbürgermeisterin in Neukölln haben? Ist das Politik für Neukölln und Neuköllner??

Zum Artikel über unsere Nachbarn aus dem Eckhaus Lenau-/Hobrechtstraße geht es hier lang. Vorab eine Warnung: Der Artikel macht wütend. Nach dem Lesen mag man nicht mehr alles, was hier im Kiez so passiert, einfach so hinnehmen!

Strategien am Immobilienmarkt

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Wir haben ja schon mehrfach auf den Beitrag von Andrej Holm zur Immobilien-Strategie der Samwers verwiesen. An dieser Stelle wollen wir nochmal genauer auf die Logik der Samwer-Brüder eingehen, die hinter dem Einstieg in Erben- bzw. Eigentümergemeinschaften steht.

Nochmal kurz am Beispiel unseres Blocks zusammengefasst: Die Hintzes und die Samwers  kaufen sich in existierende Erben- bzw. Eigentümergemeinschaften ein. Sie nutzen dann eine selbst herbeigeführte Zwangsversteigerung (Teilungsversteigerung zur „Aufhebung der Gemeinschaft“) um in den Besitz der gesamten Immobilie zu kommen.

Wir wissen von mindestens zwei weiteren Fällen in Berlin, wo Hintzes und Samwers eine ähnliche Strategie verfolgt haben. Zwar ist es dort nicht bis zur Teilungsversteigerung gekommen (in unserem Fall ja auch nicht) aber auch durch eine Einigung mit den jeweiligen Eigentümern kommen sie in der Regel in den alleinigen Besitz eines großen Anteils der jeweiligen Immobilien. Und das wahrscheinlich zu einem sehr „günstigen“ Preis.

Wir suchen zwecks Vernetzung weitere betroffene Mietshäuser, die – offen oder verdeckt  – in den Besitz von Hintzes und Samwers gelangt sind. Wer davon als Mieter*in betroffen ist oder aber von solchen Mietshäusern weiß: Bitte nehmt mit uns Kontakt auf!

Welche Strategie steckt nun hinter dieser Aneignung durch die Hintertür? Das Ganze hört sich ziemlich kompliziert und langwierig an. Und in unserem Fall können wir davon ausgehen, dass Hintzes und Samwers seit ihrem Einstieg die Erbengemeinschaft unserer Häuser Mitte 2014 zielstrebig auf die Teilungsversteigerung hingearbeitet haben. Die Gutachten, die das Amtsgericht Neukölln veröffentlicht hat, stammen vom Mai 2015. Für Juni 2016 waren dann die Versteigerungen angesetzt.

Andrej Holm fasst auf seinem Blog die strategischen Überlegungen, die hinter dieser stillen Aneignung stehen, so zusammen:

Um zu verstehen was an diesem Modell des Immobilienerwerbs  so „extrem clever“ ist, lohnt sich Blick auf das Wohnungsmarktsegment der Erbengemeinschaften. Ausgangspunkt sind naheliegend Erbschaftsfälle, bei denen der meist private Nachlass unter den Erben aufgeteilt wird. Bei den im Grundbuch mit ihren jeweiligen Anteilen eingetragen Erbengemeinschaften ist in der Regel von privaten Hausbesitzer/innen auszugehen […]

Man kann davon ausgehen, dass

Privateigentümer/innen […] anders als profitorientierte Wohnungsunternehmen keine Investition gewinnbringend verwerten wollen, sondern aus einem bestehenden Vermögen eine langfristige und angemessene Verzinsung erwarten. Entsprechend ist die Neigung zu umfassenden und kapitalintensiven Investitionen eher gering und die Gebäude weisen oft einen einfachen Standard auf. In Wohnhäusern mit einfacher Ausstattung und ohne Investitionsdruck sind die Mieten meist günstig. In den Neuköllner Beispielhäusern liegt der durchschnittliche Mietpreis mit 4,20 Euro/qm etwa ein Drittel unter dem Mietspiegeldurchschnitt in Berlin.

Für die weitere profitorientierte Verwertung durch Investoren bieten sich solche Objekte geradezu an, denn:

Je geringer die Miete, desto höher Spielräume für mögliche Mieterhöhungen. Je einfacher der Standard, desto größer die Spielräume für modernisierungsbedingte Mietsteigerungen. Je geringer der Kaufpreis, desto höher der Gewinn bei einer möglichen Umwandlung in Eigentumswohnungen.

Ferner kann man davon ausgehen, dass der Einstieg in Erben- oder Eigentumsgemeinschaften verhältnismäßig günstig ist, da es in der Regel keine Konkurrenz durch andere Bieter gibt.

Andrej Holm führt weiter aus, dass

Letztendlich […] also das Geschäftsmodell von Rocket Internet auf den Wohnungsmarkt übertragen [wird]: Günstiger Erwerb von Anteilen in Projekten mit einem hohen Entwicklungspotential. Die Ertragsaussichten der Immobilienspekulation können mit den Investitionen in Internetprojekten nicht mithalten, dafür ist das Risiko deutlich geringer. Im Fall der erfolgreich provozierten Teilungsversteigerung sind Verluste sogar weitgehend ausgeschlossen. Läuft die Versteigerung wie gewünscht, erfolgt der Vollerwerb der Immobilie zu Konditionen unterhalb des Marktpreises. Erfolgt der Verkauf an höherbietende Konkurrent/innen können die Investor/innen mit einem Verkaufsanteil rechnen, der deutlich über den Erwerbskosten des Erbschaftsanteils liegt. Aus Sicht der Investor/innen eine win-win-Situation: Egal also, wie die Zwangsversteigerung verläuft, die Investition in die Anteile der Erbengemeinschaft wird sich lohnen.

Es verwundert also nicht wirklich, dass wir für die Hintzes und Samwers  ein Objekt mit hohen Renditeaussichten sind:

  • Wohnungsbestand in privatem Eigentum.
  • Verhältnismäßig einfacher Standard weil Privateigentümer eine andere Logik verfolgen als profitorientierte Investoren.
  • Einfacher Standard übersetzt sich in verhältnismäßig niedrige Mieten.
  • Daraus folgt: Große Spielräume für Investitionen („Wohnwert erhöhen“) und daraus resultierende Mietsteigerungen.

Was die Hintzes und Samwers aber möglicherweise nicht auf der Rechnung hatten:

  • Eine organisierte Mieterschaft, die nicht bereit ist, das alles stillschweigend hinzunehmen und über sich ergehen zu lassen.
  • Wir können Kampagne! Unser Block Bleibt! Und die letzten Wochen waren nur ein kleiner Vorgeschmack.
  • Recherche-Skillz, die die verborgenen Samwer-Verbindungen ans Tageslicht gebracht haben. Das war so bestimmt nicht beabsichtigt, wenn man sich das undurchsichtige Geflecht der Beteiligungen anschaut.
  • Als Hintzes und Samwers sich Mitte 2014  in unseren Block eingekauft haben, mussten sie davon ausgehen, dass der Milieuschutz für den Reuterkiez noch lange auf sich warten lässt, wenn er überhaupt mal kommt.  Der zuständige Baustadtrat in Neukölln Thomas Blesing ist erklärtermaßen kein Vorreiter in Sachen Milieuschutz, im Gegenteil: Gerne wird blockiert und verzögert. Erst der intensiven und unermüdlichen Arbeit von Initiativen wie dem Bündnis bezahlbare Mieten Neukölln ist es zu verdanken, dass im Herbst 2015 der Milieuschutz für den Reuterkiez in der BVV Neukölln verabschiedet wurde und im Februar 2016 schließlich in Kraft treten konnte. – Gerade noch rechtzeitig für uns.

Nur solange der Vorrat reicht!

button_ausschnitt - KopieSeit wir die Fotos von unseren tollen Buttons veröffentlicht haben, kriegen wir tonnenweise Anfragen: Auchhabenwill! Wo gibt’s die? Kann ich gleich 10 Stück für meine Freunde haben?

Nachdem die letzten Tage etwas hektisch waren (Die Samwers mischen mit und der erste Versteigerungstermin am Montag ist abgesagt), haben wir es endlich geschafft eine Ausgabestelle zu finden!

Ihr könnt Euch die Buttons gegen 1 EUR Spende (gerne mehr) im Lagari (Nansen-/Ecke Pflügerstraße) besorgen. Die Spenden sollen uns dabei helfen, die Ausgaben der letzten Wochen (Material, Recherche usw.) zu decken. Wir werden uns daran bestimmt nicht bereichern! Einfach am Tresen nachfragen.

Beeilt Euch – die Dinger sind begehrt!

Und ein besonderer Dank geht an Peter dass er seinen Laden dafür zur Verfügung stellt. Übrigens: Peter ist einer von unseren Nachbarn in unserem Zwangsversteigerungs-Block!