Keine Rettung vor gierigen Investoren

Die Vorkaufsfrist endet am 26.10. ungenutzt!

Trotz aller unserer wochenlangen Bemühungen, Recherchen, Anschreiben, Aktionen und Gesprächen mit Bezirksamt, Drittkäufern, Anwälten, Mieterberatung u.a.m. können die letzten 5 Häuser im Reuterkiez nicht gerettet werden. Sie fallen den Investoren Samwer / Hintze u.a. in die Hände, weil diese mit trickreicher Firmenneugründung und Grundbuchvormerkung das staatliche Vorkaufsrecht ausgehebelt haben.

Samwers hebeln Vorkaufsrecht aus. Mit einer findigen Vertragskonstruktion booten die Internetmilliardäre den Bezirk Neukölln aus.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1143563.mietenwahnsinn-in-neukoelln-samwers-hebeln-vorkaufsrecht-aus.html

Dass die Samwer-Brüder sich über Berlins Immobilien hermachen, steht auch in einem langen Artikel im manager magazin über Samwers berüchtigte Geschäftsgebaren. Nun fällt ihnen der letzte Rest eines Gebäudeblocks in Neukölln zum Opfer, der eine ganz andere Geschichte hat: mieterfreundlich, nachbarschaftlich, kieztypisch, nicht gewinnorientiert, mit bezahlbaren Mieten.

Der Bezirk müsste eigentlich die Kaufabwicklung der Privatinvestoren rechtlich prüfen und mit einem Rechtsverfahren anfechten, denn sie nutzen zweifelhafte Tricks, um das Vorkaufsrecht auszuhebeln. Aber der Bezirk und die Politik sind viel zu schwach, zu willenslos, zu kraftlos, um sich gegen den massiven und aggressiven Zugriff der Privatanleger auf „Betongold“ zu wehren. Wir in unserem Block sind ja längst nicht die einzigen Betroffenen im Kiez …


Die CDU-Regierung hat nur die geldgierige Immobilienlobby im Blick und gibt noch mehr geschützten Mietraum zur finanziellen Ausbeutung frei.  Mit dem berühmten alten Kuchen-Argument: „Damit die Mieter sich die Wohnungen kaufen können.“ Eben. Wer hungert, weil er kein Brot hat, soll eben Kuchen essen. Wer sich teure Mieten nicht leisten kann, soll sich die Wohnung eben kaufen. Die SPD-Politiker Cansel Kiziltepe und Kevin Kühnert wettern gegen die realitätsferne, mieterfeindliche CDU im Tagesspiegel-Kommentar:
https://www.tagesspiegel.de/politik/kein-schaerferes-umwandlungsrecht-ein-stinkefinger-aus-der-cdu-gegenueber-mieterinnen-und-mietern/26235406.html

 


Unser Block protestiert gegen die drohende Übernahme durch Betongold-Investoren!  Wir Mieterinnen und Mieter in den 5 Häusern Nansen-11 und Fram 3,5,7,9 im Neuköllner Reuterkiez protestieren gegen Investoren wie die berüchtigten Samwer-Brüder (Zalando, Rocket Internet), die sich über den Immobilienbestand in Berlin hermachen und hohe Gewinne abschöpfen wollen. In einem Eigentümergeflecht, u.a. mit der Immobilienfirma Dr. Hintze & Co, agieren diese gierigen Kapitalanleger mieterunfreundlich, missachten Milieuschutzauflagen und tun alles, um aus bisher bezahlbarem Wohnraum möglichst hohe Gewinne zu ziehen. Wir mögen das ganz und gar nicht!


Ende August 2020 wurden 5 Häuser mit 54 Mietwohnungen verkauft.
Der Bezirk kann innerhalb von 8 Wochen dazwischen grätschen und sein Vorkaufsrecht geltend machen. Die Häuser könnten als Bezirkseigentum vor dem Privatmarkt geschützt werden. Aber ein überzogener Preis, der nicht dem Bauzustand entspricht, und eine ominöse Kaufklausel zugunsten der Privatinvestoren verwehren den Gemeinwirtschaftlichen, den Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften den Kauf. Die Politik muss handeln! (Pressemitteilung 5.10.2020)


Hausverkauf im Milieuschutzgebiet Reuterplatz

Ein Häuserblock im Reuterkiez wehrt sich gegen Mietenwucher und Verdrängung. Wir Mieterinnen und Mieter haben uns zu einem Verein zusammengeschlossen, um uns aktiv gegen die extreme Ausbeutung von Wohnraum zu wehren: Unser Block bleibt e.V.  Es begann damit, dass 2016 berüchtigte Investoren wie die Samwer-Brüder u.a. einen Großteil der Häuser kauften.  Daraufhin werden seit 2017 Wohnungen unzulässig teuer modernisiert, die Mieten wurden verdreifacht, und 2020 wurden Bestandsmietwohnungen in Eigentum umgewandelt! Am 26.10.2020 droht auch der letzte Teil des Häuserblocks an die Privatinvestoren zu fallen.


Verdrängung hat schwere Konsequenzen

Das Geld der Immobilienkäufer zerstört Berliner Kiezleben. Weil reiche Kapitalanleger ihr Geld vermehren und noch reicher werden wollen, wird die Lebensstruktur langjähriger Mieter bedroht und zerstört. Wer hier wohnt, hat hier Freunde, Familie, Nachbarn – man kennt sich untereinander, manche wohnen hier seit mehr als 40 Jahren. Ein erzwungener Wegzug bedeutet: Besuch von Kindergärten und Schulen oder die Wege zur Arbeitsstelle oder Hausarztpraxis, der Freundeskreis im Kiez – alles gerät ernsthaft in Gefahr, weil von uns niemand in Berlin eine andere bezahlbare Wohnung findet. Wer hier wegen gieriger Mieterabzocke raus muss, verliert unter Umständen das persönliche, über Jahre gewachsene Lebensumfeld.