Samwer-Brüder sind am Wohnblock im Reuterkiez beteiligt

Wird die Framstraße zur neuen Schlossallee?

3. Pressemitteilung der Mieterschaft Framstraße | Nansenstraße | Pannierstraße | Pflügerstraße (Stand 08.06.2016)

Neukölln ist schon seit Längerem im Kommen. Zu dieser Erkenntnis sind allem Anschein nach auch die Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer gekommen und haben daher begonnen, den Trendbezirk in ihre Immobilienstrategie einzubeziehen. Bisher schien die Anlagestrategie der Samwers im Immobiliensektor auf Gewerbeimmobilien ausgerichtet.

Die Samwer-Brüder sind als Internet-Unternehmer mit Rocket-Internet groß geworden und haben über verschiedene Investmentfirmen ein riesiges Vermögen angehäuft. Über die Firma Verus GmbH sind alle drei Brüder sowie der Münchner Wirtschaftsanwalt Dr. Matthias Mittermeier Miteigner einer der drei Gesellschaften, die bereits 2/3 der Anteile an den Gebäudetrakten im Reuterkiez besitzen. Durch die kommenden Zwangsversteigerungen können die Samwer-Brüder nun auch in den Besitz des noch ausstehenden Drittels kommen. Das manager-magazin berichtete heute hier über die Beteiligung an den Neuköllner Häusern.

Bemerkenswert dabei ist, dass dies ohne großes Aufheben passiert. Nach Einschätzung der Bewohnerschaft scheint die bevorzugte Strategie ein stiller Einstieg zu sein: Dabei werden wie im Fall der Häuser im Reuterkiez ein oder mehrere Mitglieder einer Eigentümer- oder Erbengemeinschaft ausgekauft. Als Teileigentümer kann man dann problemlos eine Teilungsversteigerung zur „Aufhebung der Gemeinschaft“ beantragen und sich die fragliche Immobilie komplett sichern.

Die GbRs werden nach außen von der Immobilienfirma Dr. Hintze & Co vertreten. Geschäftsführer Florian Hintze äußerte auf Anfrage von Medien: „Natürlich sollen die bestehenden Mietverhältnisse weiter geführt werden.“ Völlig offen ist aber, wie weit man die Wohn- und Mietbedingungen ändern wird, denn eine optimale bis maximale wirtschaftliche Ausnutzung liegt bei einem Immobilienerwerb durch die Samwer Brüder und in einer Boom-Gegend wie dem Reuterkiez auf der Hand. Dr. Hintze äußerte sich auch gegenüber dem RBB Inforadio: „Wie bisher sollen Modernisierungen an den Häusern durchgeführt werden, sagt Hintze. Ziel sei es den Wohnwert und aber auch den wirtschaftlichen Wert der Hausanlagen langfristig zu erhöhen.“

In der aktuellen Situation bedeuten nur der Milieuschutz und das Mietrecht eine konkrete Hilfe für die Mieterschaft. Die rund 300 Bewohner fordern ein Mitspracherecht als Mieterbeirat und die zuverlässige Unterstützung von politischen Entscheidungsträgern in der Verhandlung mit den zukünftigen Eigentümern. Sie kündigen an, dass sie auf der Einhaltung aller Eingriffsmöglichkeiten aus dem Milieuschutz bestehen werden und damit aufwendigen Modernisierungen oder eine Umwandlung in Eigentumswohnungen verhindern wollen.

Der erste der vier Zwangsversteigerungstermine findet am Montag, 13. Juni 2016 um 10:00 Uhr im Amtsgericht Neukölln statt. Die Bewohnerinitiative und ihre Unterstützer werden dieses und die kommenden Versteigerungsverfahren vor Ort begleiten.

Mehr Informationen zum Thema Vorkaufsrecht und zu den Forderungen der Bewohnerschaft finden Sie in der Rubrik FAQ – Häufig gestellte Fragen

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